02.01.2013 FMA veröffentlicht Mindestsstandards Fremdwährungskredite

Am 02.01.13 hat die FMA eine Neufassung der bereits bisher veröffentlichten „Mindeststandards zum Risikomanagement u. zur Vergabe von Fremdwährungskrediten (FW) und Krediten mit Tilgungsträgern“ präsentiert. Lt. FMA stelle dies keine Verordnung dar, sondern es sei eine Rechtsansicht der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA). In Verbindung zum § 39 Abs. 1 u. 2 BWG (Bankwesengesetz) erwarte sich die FMA das die Kreditinstitute (Banken) diese Mindeststandards einhalten.

Im wesentlichen gliedert sich diese Schreiben in 3 Teile:

1. Bankintern muss ein entsprechendes Risikomanagement vorliegen, Leitlinien definieren die Risikofaktoren für die bank  definieren und Schwellenwerte festlegen, Frühwarnindikatoren installieren und die Bedienbarkeit auch bei erhöhten Wechselkursen prüfen. Ebenso muss ein laufende Überprüfung stattfinden u. die Interne Revision muss das auch einmal im Jahr prüfen. Es muss ein Rating jährlich vom Kreditnehmer gemacht werden. Bankintern jährlich ein Stresstest wie sich das Portfolio der Fremdwährungskredite auf die Risikotragfähigkeit der Bank auswirkt. Nicht zuletzt soll der Ertrag jährlich aus diesen Krediten ermittelt werden,und lfd. auch geprüft werden ob die Refinanzierung (eben der Fremdwährungsobligos) ausreichend vorhanden ist. 

2. Wenn Kredite mit Tilgungsträger (TT) vergeben werden, müssen dazu Leitlinien geschaffen werden um die Vergabe und Betreeung zu regeln. Wie z.B.: Sorgfältige Renditeprognosen, Bericht an Geschäftsleiter und Eigentümer, Prüfung durch Revision.  Es sind Parameter zur realitätsnahen Schätzung des Riskos- und der Rendite zu definieren. Die TT müssen laufend mind. 1 x jährlich bzw. periodisch auf Werthaltigkeit geprüft werden, ist dies nicht der Fall muss ein Frühwarnsystem läuten und dann müssen zweckmäßige Massnahmen (Verständigung des Kreditnehmers, Vorschläge) getätigt werden.Ebenso soll das Risiko von FW- und TT-Krediten in den internen Risikomanagementsystem berücksichtigt werden. Was bedeutet, wenn das Risiko schlagend wird, muss bereits dafür vorgesorgt sein.

3. Da wird es spannend, die Information der Kreditnehmer, muss generell, ob bestehende oder Neuvergabe (ist nur mehr an vermögende Privatkunden möglich – sonst „verboten“) transparent, verständlich und  nachvollziehbar dargestelllt werden und einem hohen Maß an Informationsqualität genügen. Sollte der TT nicht ausreichen, muss schon bei Abschluss der Hinweis erfolgen,d ass die Differenz der Kreditnehmer zu zahlen hat und es muss auch ein Euro-Kredit angeboten werden. Auch wenn vermögende Privatkunden noch einen FW-Kredit aufnehmen dürfen, so darf dieser nicht endfällig sein (nur dann wenn bereits vorhandene Eigenmittel in Anleihen, aus Liegenschaftsverkäufen oder Unternehmensanteilen in dieser Fremdwährung vorhanden sind).Dieser Passus ist wieder interessant: Wenn ein FW-Kredit eine Wechselmöglichkeit in andere Währungen vorsieht, so fällt dies nicht unter das Verbot bzw. unter eine Neuvergabe. D.h. es darf und kann ein Währungswechsel u. wieder Retour durchgeführt werden.

Ebenso ist von Strategien zur Reduktion des Gesamtvolumens von FW- u. TT-Krediten die Rede. Die Bank muss über schriftliche und dokumentierte Vorgangsweisen verfügen um das Volumen gegenüber Verbrauchern zu reduzieren. Wenn der Verbraucher informiert wird, dann muss dies umfassen, objektiv und unter Berücksichtigung der Chancen u. Risken erfolgen. Also ein einfacher Brief – wie es zum Teil bisher passiert ist – reicht da sicher nicht aus. Aber immer nur unter der Prämisse, was rechtlich möglich und nach den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen individuell machbar ist. Ebenso sollten Alternativen angeboten werden um das Risiko zu reduzieren (was auch bedeutet legen Sie der Bank eine Alternative vor, kann Sie diese nun schwer ablehnen – reden Sie mit daher mit einem bankunabhängigen gewerblichen Vermögensberater – er kann Ihnen objektive Informationen geben). .Endfällige Kredite in Euro sind weiterhin möglich, soferne es der europäischen banküblichen Realität entspricht (damit sehr weit gefasst). Wenn diese mit mehr als 5 Jahre Laufzeit vergeben werden, muss ein Konzept zu Beginn dokumentiert u. dem Kunden gegeben werden, wo dies beschrieben wird. Ebenso muss es einmal jährlich überprüft werden.

Originaldokument FMA:  FMA-Mindeststandards zum Risikomanagement und zur Vergabe von FW- u. TT Krediten

 

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